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Ski-Profi war nur einen Tag vor der Brandkatastrophe in Schweizer Bar

Crans-Montana (Schweiz) – Die Silvester-Tragödie im Schweizer Wintersportort Crans-Montana, bei der in der Bar „Le Constellation“ ein verheerendes Feuer 40 Menschen das Leben kostete, bewegt auch die Ski-Szene. Nun meldet sich mit Marc Rochat (33) ein Schweizer Athlet zu Wort, der Erschreckendes zu berichten weiß.

Der 33-Jährige war früher ein häufiger Besucher der Bar und feierte dort regelmäßig den Jahreswechsel – zuletzt nur einen Tag vor dem Unglücksort.

„Als Jugendlicher habe ich mich in dem Lokal, das damals mit auffälligen Teppichen im Leopardenmuster ausgestattet war, sehr wohlgefühlt. Ich schätze, dass ich dort etwa sieben Silvesterabende verbracht habe“, erzählte der Slalom-Experte, der seine Winterurlaube meist im Ferienhaus seiner Eltern in Crans-Montana verbrachte, dem Blick.

Auch als Erwachsener kehrte Rochat noch immer ins Le Constellation zurück, zuletzt genau am Tag vor der Katastrophe.

„Ich war mit meiner Frau dort, allerdings nicht an der Bar im Keller, sondern auf der Veranda. Wir haben dort gemeinsam Tee getrunken“, berichtete der WM-Bronze-Gewinner der Team-Kombination.

Nach dem Brand richtete er seine Gedanken vor allem auf Jugendliche einer örtlichen Privatschule, deren Botschafter er ist und mit denen er eine enge Verbindung pflegt.

„Einige Schüler sehen mich ein wenig als großen Bruder, mit ihnen unternahm ich auch schon gemeinsame Skitage. Einer dieser Jungs heißt – wie mein eigener Sohn – Lupo, was ein sehr seltener Name ist. Weil ich annahm, dass Lupo mit einigen Klassenkameraden bei der Silvesterfeier im Le Constellation war, machte ich mir besonders große Sorgen“, so der Swiss-Ski-Athlet.

Glücklicherweise waren Lupo und seine Freunde zwar in der Unglücksbar, konnten dem Feuer aber entkommen.

Das Ereignis belastet den 33-Jährigen sehr: „Bei der nächsten Teamsitzung werde ich dafür eintreten, den Vorschlag einzubringen, dass wir in Madonna zum Gedenken an die Opfer von Crans-Montana mit Trauerflor an den Start gehen.“

Mit diesem Anliegen steht Rochat nicht allein da. Auch die Schweizer Spitzenfahrerin Camille Rast (26) trug bei ihren beiden Weltcupsiegen in Kranjska Gora Trauerflor und widmete ihre Erfolge den betroffenen Familien.